Schulprojekt in Sambia

Kinder und Jugendliche sind die vergessenen Opfer von AIDS. Jede Minute stirbt ein Kind an den Folgen der Immunschwäche, das sind 500.000 im Jahr. Nur ein Bruchteil von ihnen wird medizinisch versorgt.
Täglich infizieren sich 7.500 junge Menschen unter 24 Jahren mit HIV. Die Krankheit breitet sich rasend schnell weiter aus.
15 Millionen Kinder hat AIDS weltweit bereits zu Waisen gemacht – genauso viele Kinder wie in ganz Deutschland leben. Das Schlimmste steht aber noch bevor: Angesichts der enormen Zahl infizierter Erwachsener wird die Zahl der durch AIDS verwaisten Kinder bis zum Jahr 2025 auf rund 25 Millionen steigen.
Afrika ist weitaus stärker von AIDS betroffen als jede andere Region in der Welt. In den häufig auch von Gewalt und sozialen Unruhen erschütterten Ländern südlich der Sahara sterben heute zehn Mal mehr Menschen an AIDS als durch Kriege. Allein im Jahr 2002 haben sich 3,5 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert, 2,4 Millionen sind daran gestorben. AIDS ist in vielen afrikanischen Ländern zur Haupttodesursache in der Altersgruppe der 15- bis 49-Jährigen geworden. Die Immunschwäche hat dort mühsam errungene Entwicklungserfolge zunichte gemacht.
Die meisten Waisen – mehr als zwölf Millionen – leben im südlichen Afrika. Man schätzt, dass sich die Zahl bis 2010 auf 18 Millionen erhöhen wird. Viele müssen sich allein durchschlagen. Sie sind besonders anfällig für Ausbeutung und Missbrauch.
Das Antlitz von AIDS ist jung und weiblich: Drei Viertel der HIV-Infizierten im Alter zwischen 15 bis 24 Jahren sind Mädchen und Frauen. Sie sind nicht nur physisch verletzlicher. Das Risiko einer HIV-Infektion ist bei ihnen auch höher, weil sie unterdrückt und traditionell benachteiligt werden. Sie haben wenig Einfluss auf Partnerwahl oder Verhütungsmethoden.
Öffentliche Hilfsprogramme gibt es noch zu wenig: Nur zehn Prozent aller AIDS-Waisen profitieren von staatlicher Unterstützung.