Schulprojekt in Sambia



Der Fuhrpark des BOCCS AIS-, Waisen- und Schulprojektes ist überaltert und unzuverlässig. Die Fahrzeuge stehen mehr in der Kfz-Werkstatt, als dass sie sich im Einsatz befinden. Mit EUR 5000,- kann begonnen werden, den Fuhrpark zu erneuern.
Spenden für dieses Projekt auf das angegebene Konto unter Angabe folgenden Verwendungszweckes:
"Für Sambia-Waisenprojekt-Fuhrpark"
(erschienen in Gemeinde KONKRET. 2008/04)
„Heute Morgen ging unser Mitarbeiter Tobias zu unserer Kfz-Werkstatt, um den Toyota Landcruiser abzuholen. Endlich war es soweit. Der Mechaniker hatte das Fahrzeug schon tagelang zur Reparatur bei sich stehen. Dieser übergab das Auto an Tobias, hatte aber vergessen, die Schrauben an den beiden Vorderrädern festzuziehen. Diese fielen kurze Zeit später fast ab. Was allerdings viel schlimmer war: Der Bremsmechanismus war während der Reparatur außer Kraft gesetzt und dann einfach vergessen worden. Tobias fuhr zum Glück nur im Schneckentempo mit dem „reparierten“ Landcruiser los. Und das war gut so. Als er bei einer unserer Schulen ankam, hätte er mangels Bremse fast das Eingangstor gerammt. Nur ein kleiner Ameisenhügel auf der Zufahrt stoppte das Fahrzeug. Es ist wirklich ein Wunder, dass niemandem etwas passiert ist!“
Das berichtete uns Diethelm Hartmann, BOCCS-Projektmanager, vor wenigen Wochen. Das Erlebnis illustriert die qualitativ schlechten zur Verfügung stehenden Kfz-Reparaturwerkstätten und die damit verbundene desolate Situation der immer klappriger werdenden BOCCS-Projektfahrzeuge in Kabwe.
Für die BOCCS-Schüler und das Personal wird an jedem Schultag gekocht. Das sind täglich etwa 3.700 Personen, für die Lebensmittel eingekauft und angeliefert werden müssen. Natürlich könnte sich jede Schule größtenteils an den nächstliegenden Geschäften durch eigene Einkäufe selbst versorgen. Allerdings können die Schulen gesamt als Großkunde durch Mengenrabatt mit den knappen Finanzen besser zurecht kommen. Deshalb wird für alle Schulen zentral bestellt und eingekauft. Da das Speisungsprogramm an den Schulen aus dem sambischen Nationalgericht Nshima (gekochter Maisbrei) und täglich wechselnden Beilagen, wie z.B. Fisch, Fleisch, Bohnen und Gemüse besteht, müssen diese Nahrungsmittel im Voraus besorgt und an die Schulen ausgefahren werden.
Die Logistik wird mit zwei irgendwann einmal gespendeten Projektfahrzeugen bewältigt. Zum einen gibt es einen Volkswagen-„Pickup“, Baujahr 1986, der eine offene Ladefläche von sechs Quadratmetern und eine Zuladung von 750 kg hat. Dieser 22 Jahre alte Fahrzeug-Dinosaurier gehört aufgrund seines fortgeschrittenen Alters, den schlechten Straßenverhältnissen und den vielen geschleppten Lasten eigentlich schon auf den Pkw-Friedhof, muss aber als Ersatzfahrzeug immer wieder herhalten.
Zusätzlich steht ein „neuer“ Toyota Landcruiser-Pickup, Baujahr 1990, zur Verfügung. Dieser konnte 2004 durch eine Großspende angeschafft werden. Mittlerweile hat auch dieser Landcruiser schon viele Jahre „auf dem Buckel“.
Diethelm Hartmann berichtet weiter: „Die Autos gehen ständig kaputt. Das schwierigste Problem dabei ist, dass wir hier vor Ort keinen verlässlichen Kfz-Mechaniker haben. Wir hatten in den letzten Jahren einen guten Mann, der unsere Autos gewartet hat. Er war in der Vergangenheit der einzige in Kabwe, bei dem wir unsere Autos guten Gewissens reparieren lassen konnten. Er vollbrachte unter den schwierigen Umständen wahre Wunder, um die Autos am Laufen zu halten. Leider ist dieser altbewährte Mechaniker mittlerweile selbst in die Jahre gekommen und mehr und mehr unzuverlässig geworden. Die von anderen ansässigen Firmen durchgeführten Reparaturen sind leider meist nur provisorisch und notdürftig – wenn das Problem überhaupt erkannt wird.“
Die Projektfahrzeuge sind sehr reparaturanfällig und damit so unzuverlässig, dass oft für teures Geld anderweitig ein kleiner 3,5-Tonnen-Lkw samt dazugehörigem Fahrer angemietet werden muss, um die großen Liefermengen für das Speisungsprogramm überhaupt bewältigen zu können.
Ein BOCCS-Mitarbeiter muss dann immer mitfahren, um dem Fahrer des gemieteten Lkw´s den Weg zu den Schulen zu zeigen und um das Ausladen der Waren an den Schulen zu überwachen.
Das in großen Mengen benötigte Feuerholz sollte eigentlich mit einem zwar geliehenen, aber kostengünstigen Traktor nebst Anhänger an alle Schulen ausgeliefert werden. Dieser Traktor ist allerdings häufig außer Betrieb. Zuletzt war das vier Wochen lang so, als die Bremse defekt war. Das heißt, dass wochenlang kein Feuerholz auf diese Weise an die Schulen geliefert werden konnte. Somit musste man sich mit viel teureren Methoden behelfen.
Aufgrund der desolaten wirtschaftlichen Situation in Sambia, können Ersatzteile oft nur in der 140 km entfernten Hauptstadt Lusaka gekauft bzw. bestellt werden. Sie sind teuer und schwer zu finden – in vielen Fällen gibt es sie in Sambia gar nicht zu kaufen. Dann muss improvisiert werden. Seitens eines Kfz-Mechanikers ist viel Kreativität, Geschick, Geduld und Fingerfertigkeit gefragt, um die Autos wieder fahrtüchtig zu machen.
Diethelm Hartmann meint: „Was wir hier wirklich dringend benötigen, wäre ein guter Mechaniker, der kreativ ist und Fahrzeuge reparieren kann, für die es nicht im nächsten Zubehörladen Ersatzteile zu kaufen gibt. Es wäre ein solcher Segen für die Arbeit und für unsere Mitarbeiter, wenn wir uns auf einen guten Kfz-Mechaniker verlassen könnten, der die Fahrzeuge wartet, repariert und am Laufen hält. Leider können wir keine „First-Class-Werkstatt“ zur Verfügung stellen, aber es gibt hoffentlich einen Menschen, der bereit wäre, die Autos noch ohne Zusatzgeräte und Hilfsmittel zu reparieren. Wir sind hier echt am Ende unserer Möglichkeiten und brauchen dringend Hilfe!“
Um unsere Mitarbeiter in Kabwe zu entlasten und einen reibungsloseren Ablauf des Projektes zu gewährleisten möchten wir euch, liebe Leserinnen und Leser, um eure Unterstützung bitten.
Wenn ihr die „Lasten“ dieser Arbeit mittragen und eine Spende für Ersatzteile oder ein neues Projektfahrzeug tätigen wollt, bitten wir darum, mit dem Verwendungszweck: „Sambia-Waisen-Allgemein (Fahrzeug)“ auf das nebenstehende Konto des Mülheimer Verbandes zu überweisen. Herzlichen Dank!
Andrea Hartmann
Download des Artikels als PDF-Datei: "Einer trage des anderen Lasten..." (GeKo 2008-04)